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Xueshan (Snow Mountain)

Dieses Wochenende kommen wir in den Genuss von Taiwans Bai Yue, welche die 100 höchsten Gipfel in Taiwan beschreibt. Wir haben uns den zweithöchsten, Xueshan (Snow Mountain), ausgesucht, welcher mit seiner Höhe von 3866m locker mit unseren Alpen mithalten kann.

Auf dem Gipfel mit strahlendem Sonnenschein & Gipfelbier
Die Gebirgskette befindet sich im Shei-Pa National Park, welcher direkt westlich an den von uns besuchten Taroko National Park angrenzt. Durch die Lage im National Park müssen im Vorfeld (mindestens 7 Tage) zwei Permissions eingeholt werden. Da man für den Aufstieg mindestens 2 Tage benötigt und in einer Hütte auf 3200m übernachten muss, sind die Permissions auf 106 pro Tag begrenzt. Glücklicherweise konnten wir aufgrund unserer Flexibilität noch einen Platz von Sonntag auf Montag ergattern.

Tag 1: Wuling Camping - Qika Hut - East Peak - Sanliujiu Hut: 9km & 1300 Höhenmeter

Nachdem wir schon am Samstag mit dem Bus in die Nähe des Trailheads (Wuling Farm) gefahren sind und dort auf einem Campingplatz übernachtet haben, gehts Sonntag früh morgens um 8 Uhr los. Das Zelt kann am Campingplatz gelagert werden und wir machen uns auf zum Trailhead welcher circa 3km und 200 Höhenmeter vom Campingplatz entfernt liegt.

Am Trailhead angekommen müssen wir uns noch ein kleines Lehrvideo anschauen, welches über Verhaltensregeln und die verschiedenen Abschnitte des Wanderwegs informiert.

Trailhead mit lustiger Japanerin
Der Anfang des Weges ist gut ausgebaut und wir gewinnen durch die Stufen ziemlich schnell an Höhe, leider ist das Wetter nicht wirklich toll und es gibt eigentlich keine Sicht auf die uns umgebenden Berge, außerdem nieselt es ununterbrochen. 

Wir sind ausgeschlafen und legen ein gutes Tempo an den Tag, die ersten 2km zur Qika Hut schaffen wir in einer Stunde statt wie angegeben in 2 Stunden. Dort gibt es dann erstmal einen kleinen Snack und die große Wandergruppe, welche wir auf halber Strecke überholt haben findet sich 15 Minuten später auch hier ein. Nach einem kleinen Small Talk und der Frage nach klarem Wetter, welche mit Gelächter und:" If you want sunshine go to the Philippines" beantwortet wird, machen wir uns weiter auf den Weg Richtung Sanliujiu Hut. 

Bis wir auf dem ersten Plateau angekommen sind welches sich bei Kilometer 3,5 befindet.schlängelt sich der Weg im Zick-Zack nach oben und wird zunehmend steiler. Die Wanderwege sind klar ausgeschildert und gut begehbar, wobei man hier natürlich die angelegten Wanderwege mit Stufen vergebens sucht. 
Wanderweg zur Sanliujiu Hut
Leider lag die Wettervoraussage, welche klaren Himmel und Sonnenschein prophezeite, falsch und mit zunehmenden Höhenmetern wird das Wetter immer schlechter, es beginnt stärker zu regnen. Somit läd das Wetter nicht zum genießen ein, wobei es bei 50m Sicht auch nicht wirklich viel zu genießen gibt. Somit halten wir unser Tempo und legen kaum Pausen ein.

Gipfel Nummer 1: East Peak, leider keine Sicht
Kurz vor dem Ziel liegt der East Peak des Xueshan welcher mit 3200m auch eine stattliche Höhe hat. Aufgrund des Wetters werden dort nur schnell Fotos mit dem Gipfelschild gemacht und eine Kleinigkeit gegessen, bis wir uns auf die letzten Kilometer zur Hütte aufmachen. 

Diese führen uns durch Bambuswälder, welche vom Regen triefend nass sind und in den Weg hinein hängen. Ein kleiner Kontakt mit ihnen und man hat gefühlt literweise Wasser, was auf einen heruntertropft. Da dass nicht nur einmal passiert, kommen wir gegen kurz nach 13 Uhr durchnässt und frierend auf der Hütte an. 

Die Hütte ist sehr spatanisch eingerichtet und die Temperatur nicht wirklich höher als draußen. Nachdem die Klamotten gewechselt sind machen wir es uns gemütlich im Schlafsack, spielen Karten und Essen ein paar Snacks. Später am Abend werden wir von den anderen Wanderern zum Essen eingeladen. Endlich mal keine Istant Nudeln. Um 7 gehts ins Bett.

Tag 2 Sanliujiu Hut - Main Peak - Sanliujiu Hut - Wuling: 22km & 880 Höhenmeter hoch und 2000m runter 

Der Tag beginnt früh. Nachdem wir am Tag 1 noch bedenken hatten, ob wir uns bei diesem Wetter wirklich um 2 Uhr aus dem Bett quälen sollen, um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu beobachten, sind wir umso glücklicher, dass es über Nacht aufgeklart hat. Zum ersten Mal sehen wir die Szenerie die uns umgibt. Eine Gebirgskette türmt sich vor uns auf und läd schon im Dunkeln zum schwärmen ein. 

Durch die allgemeine Unruhe in der Hütte (Schnarchen & Taschenlampen) konnten Oli,Arie und Niek nicht wirklich gut schlafen, dank meiner Oropacks hatte ich wenigstens knappe 5 Stunden Schlaf. Da die Wanderkarte den Aufstieg mit 3,5 Stunden beschreibt machen wir uns um 2:30 auf den Weg. Wir sind die ersten die die Hütte verlassen, da sich die große Wandergruppe noch ein Frühstück gönnt. 

Der Weg führt durch den Black Forest, in dem scheinbar schon einige Leute verschollen gegangen sind, hoch zum Gipfel. Daher werden wir nochmal von den anderen Wanderern gewarnt sehr vorsichtig zu sein. Furchtlos wie immer machen wir uns bewaffnet mit Stirnlampen und allen trockenen Klamotten, die wir noch finden können, auf zum Gipfel. 

Der Wald ist wirklich sehr dunkel, jedoch sehr gut mit reflektierenden Markierungen ausgeschildert. Konstant geht es nach oben und man merkt dass die Beine noch ein bisschen schwer sind. Die Luft ist erfrischend jedoch sehr kühl und mit zunehmender Höhe nimmt der Wind zu. Wir wandern durch eine dichte Wolkendecke. So wird die Sicht auf keine 50m eingeschränkt und wir Fragen uns ob wir den Sonnenaufgang überhaupt sehen werden ?

Panorama vom Gipfel: Links der Northpeak & die Holy Ridge
Die letzten 100-200 Höhenmeter sind dann nochmal ziemlich anstrengend. Der Wanderweg besteht aus groben Felssplit welcher keinen guten Untergrund bildet. Mit gefühlt jedem Schritt rutscht man ein wenig was sehr kräftezehrend ist. Zu unserem Unvermögen erreichen wir den sehr windigen Gipfel nach 2 Stunden und somit eine Stunde vor Sonnenaufgang. Unsere Ausrüstung ist nicht optimal und es ist sehr sehr kalt da oben. Wir suchen uns ein etwas windgeschütztes Plätzchen um unser Frühstück zu essen. 

Morgendämmerung auf dem Gipfel
Jedoch wird allen ziemlich schnell klar, dass es eine sehr lange Stunde wird, wenn wir dort nur herumsitzen. So kommt Arie auf die Idee den Gipfel immer wieder ca. 20m hoch und runter zu laufen. Der Anblick völlig bescheuert, zum Glück waren wir alleine dort oben. Durch die körperliche Anstrengung hält man es einigermaßen gut aus und die Zeit vergeht bis wir langsam die Morgendämmerung sehen.

Was wir dort sehen war all die Strapaze wert. Klares Wetter und einen wunderschönen Sonnenaufgang & der Ocean of Clouds. Aber die Bilder sagen mehr als tausend Worte.

Morgendämmerung auf dem Gipfel


Unknown

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