Nach den Dschungelabenteuern am Donnerstag wollen wir heute mal wirklich Wasserfälle sehen. Dazu gehts in die Nähe von Shifen, welches circa eine Stunde Fahrtzeit westlich von Taipei liegt. Ursprünglich wollen wir eine Freundin und ein paar Kumpels von ihr begleiten und nur zu den Shifen Waterfalls gehen. Jedoch wird spontan entschieden zusätzlich noch eine kleine Wanderung zu den nicht so touristischen Sandiaoling Wasserfällen zu machen. Leider sind wir heute nur zu Zweit unterwegs, da Felix aufgrund von anhaltender Hustenanfällen sich auskurieren will. Großer Fehler :D.
Oli & Sven rennen dann erstmal zur MRT um den Zug noch zu erwischen, was glücklicherweise auch klappt. Ohne Frühstück und mit Loch im Magen wird im Zug erstmal ein kleiner Snack gekauft. Der Snack, welcher liebevoll grüner Bollen von uns genannt wird, ist, sagen wir, gewöhnungsbedürftig. Er besteht aus gehobeltem süßlichem Rettich ,welcher mit einer festen aber gummiartigen Masse aus Bohnen überzogen ist. Gewöhnungsbedürftig, aber der Hunger treibt es rein und der Anstand behält es unten. Im Zug treffen wir dann auch unsere Freundin Rubydubidu, welche uns nicht zu den Sandiaoling Waterfalls begleitet aber zu den Shifen Waterfalls geht. Der Zug leert sich bis wir endlich in Sandiaoling ankommen.
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| Hegu Waterfall |
Der erste Blick, nachdem wir aus dem Zug aussteigen, lässt schon mal auf einen geilen Trip hoffen. Ein Fluss der durch zwei steile Hänge begrenzt wird und Wasser, das an riesigen Steinen entlang fließt. Ohne Umwege finden wir dann auch nach 10 minütigem Laufen den Anfang des Wanderwegs. Zunächst wieder Treppen, doch dann wird unser süddeutsches Wanderherz voll befriedigt. Endlich ein normaler Wanderweg. Der Wanderweg schlängelt sich an den Hängen entlang, auch hier sieht man noch ein paar Spuren des Taifuns, jedoch wurde der Weg schon frei geräumt. Nach einer halben Stunde sind wir dann auch schon am ersten Wasserfall (Hegu Waterfall). Dieser ist der Größte der drei Wasserfälle auf diesem Trail, jedoch kann man diesen nur aus einer gewissen Distanz begutachten und kommt nicht wirklich ran. Nach zwei Brücken, die man eigentlich vom Abenteurspielplatz kennt und einer guten halben Stunde wandern kommen wir zu den nächsten zwei Wasserfällen(Motian & Papi Waterfall ). Das schöne an diesem Trail ist, dass er meistens ein bisschen im Schatten der Shifen Waterfalls steht und die großen Touristenmassen aufgrund der Wanderung nicht herkommen. So auch an diesem Tag, auf dem gesamten Weg treffen wir nur vereinzelt ein paar Wanderer. Nachdem wir den Anblick der drei Wasserfälle genossen haben, wollen wir weiter zu den Shifen Wasserfällen. Diese sind die größten Wasserfälle ganz Taiwans und deshalb touristisch sehr ausgebaut.
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| Shifen Waterfall |
Nachdem wir zuerst in die falsche Richtung laufen, jedoch glücklicherweise von einer Asiatin in unserem Alter angesprochen werden, ob wir denn wirklich auf dem richtigen Weg sind, gehts auf nach Shifen. Normalerweise müssen wir dazu einfach einer Straße folgen. Da sich jedoch nach der ersten Abkürzung, die zweite vermeintliche Abkürzung als Weg zu einem kleinen Bauerndorf entpuppt, stehen wir erstmal ratlos in der Pampa. Nach einem kurzen Check bei Google Maps sehen wir, dass wir nicht ganz verkehrt sind und als dann auch noch eine Person dabei ist mit dem Auto los zu fahren ergreifen wir die Chance. Wir zeigen dem Fahrer wo wir hin wollen, fragen ihn ob er in die Richtung fährt und springen auf die Ladefläche seines kleinen Lasters auf. 10 Minuten später sind wir an den Wasserfällen angekommen. Viele Leute, ein echt schöner Wasserfall und ein paar Fotos mit asiatischen Mädchen (Warum machen die das?!?!) und es geht weiter zur Shifen Old Street.
Dieses Dorf wurde ursprünglich gebaut um die Arbeiter des Kohleabbaus zu beherbergen. Hierzu wurde auch eine eigene Bahnstrecke gebaut, die Pingxi Branch Line, welche einfach mitten durch das kleine Dorf fährt und mehrere solcher Dörfer mit den normalem Zugverkehr verbindet. Heutzutage wird sie jedoch nur noch als Tourismustransport benützt. Das Dorf an sich schaut eigentlich ganz nett aus, es gibt einen Essens-/Souvenirstand neben dem Anderen und es ist voller Leute. Eine kleine Besonderheit ist es Laternen steigen zu lassen, welche man mit allen möglichen Wünschen für die Zukunft beschriften kann. Hier treffen wir dann auch wieder auf Rubydubidu die uns dann ermutigt noch mit nach Jiufen zu gehen. Dazu quetschen wir uns erstmal in den völlig überfüllten Zug und fahren nach Ruifang. Dort stärken wir uns mit ein bisschen Gebäck und fahren weiter nach Jiufen.
Jiufen, welches oben auf einem Berg liegt, ist bekannt für seinen wirklich schönen Ausblick auf die Küstenlinie und seine Old Street, welche eine Aneinanderreihung von Essens-/Souvenirshops ist. Ganz nett anzuschauen aber es ist einfach ein Gequetsche mit tausenden von Leuten die sich durch die Straßen zwängen. Aber der Ausblick macht echt einiges wett. Langsam werden wir dann aber auch ziemlich müde und treten den Heimweg an. Dies kristallisiert sich dann als gar nicht so einfach heraus, weil jeder Touri auf die Idee kommt wieder nach Ruifang zu fahren und alle Buse überfüllt sind. Aber wir machen aus der Not eine Tugend und Trampen einfach. Klappt auch ganz gut und nach 2 Minuten haben wir jemanden der Oli, Ruby & Sven mit nimmt. Für Ruby übrigens das erste mal. So sparen wir uns den Bus und sind relativ convenient wieder am Bahnhof, da gehts dann wieder zurück nach Taipei und heim ins Bett.

Insgesamt ein wirklich toller Tag, Wetter war super und wir haben einige schöne Flecken gesehen. Super Wochenende.
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