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Wandern in Maokong

Nachdem der Taifun überstanden und die noch kürzere Vorlesungswoche auch schon wieder vorbei ist, gehts heute zu unserer Lieblingsbeschäftigung, dem Hiking. Diesmal bleiben wir in der Nähe von Taipei und wollen in Maokong ein bisschen wandern. 

Maokong ist ein kleines weitläufiges Dorf auf einem Berg im Nord Westen von Taipei und gut mit der MRT erreichbar. Das Dorf ist bekannt für seine gute Sicht auf Taipei und für seine Teehäuser ( Maokong ist eines der Teeanbaugebiete in Taipei). Als normaler Stadtmensch kann man 'convenient' die Gondeln nehmen und so ohne viel Anstrengung das Dorf erreichen. Da wir aber natürlich bisschen Anstrengung wollen, heißt es für uns den Berg per Fuß zu erklimmen. 

Daher gehts erstmal mit der MRT zur Endstation der roten Linie, von da aus wird das Ubike bis zum nächsten Dorf genommen, wo wir dann erstmal ein bisschen verloren den Anfang des "Wanderwegs" suchen. Da uns leider nur die ziemlich ungenaue Karte des Lonely Planet zur Verfügung steht dauert die Suche eine Weile. Da die Ausschilderung vor Ort auch mehr verwirrt als hilft, erreichen wir den Anfang des "Wanderwegs" nach einer gefühlten Ewigkeit. Der Wanderweg sieht aus wie gewohnt: STUFEN ! Nach den ersten Stufen gleich die erste Überraschung, wir werden von zwei anderen Deutschen Mädchen angesprochen, die gerade verzweifelt auf Suche nach einer Wohnung sind. Da sie am anderen Ende der Stadt suchen, können wir ihnen leider nicht weiterhelfen. Der weitere Weg ist eigentlich relativ langweilig, doch durch die vielen Stufen gewinnen wir schnell viele Höhenmeter, was sich dann langsam auch in der Aussicht zeigt. 

Nach weiteren Stufen und die Verfluchung dieser erreichen wir unseren ersten Stop die Zhinan Temple. Diese bestehen aus insgesamt drei größeren Tempeln und ehren Taoism, Buddismus und Confucianism. Durch eine Zwischenstation der Gondeln ist alles sehr touristisch hier oben, kaum eingetreten wollen uns alte Frauen erstmal kleine Plastikglücksbringer verkaufen und es gibt Souvenirshops und Restaurants. Nichtsdestotrotz sind die Aussicht und die Tempeln schön anzuschauen und wir verweilen eine längere Zeit. Wie wir so auf dem Plateau herumlaufen und in einen kleineren Garten eintreten wollen sehen wir eine Riese Spinne. Wir können uns gar nicht satt sehen an ihr. Wenn ihr mehr drüber wissen wollt Hier entlang. Diese stellt erstmal unser kleines Highlight der Wanderung dar. Da wir ja aber eigentlich nach Maokong wollen und das, den Gondeln zufolge, auf einem anderen Hügel liegt wie die Tempel, sind wir erstmal wieder ein bisschen verloren. 

Der Lonely Planet gibt kein Aufschluss und die englisch sprechende Angestellte hilft uns auch nicht weiter. Aber wir kennen ja die Richtung, ab ins Tal und wieder den Berg hoch. Klappt dann auch relativ gut und wir finden den richtigen Weg hoch nach Maokong. Nach abermals unendlichen Treppen sind wir dann relativ spät  in Maokong ( kurz nach 15 Uhr). Da es hier ja spätestens um 18 Uhr stockdunkel ist und unser eigentliches Ziel, ein Wasserfall, laut Lonely Planet 3 Stunden weit weg ist, wird erstmal kurz diskutiert was wir machen sollen. Zum Glück entscheiden wir uns dann doch in Richtung Wasserfälle zu gehen. An diesem Tag sind wir wohl die einzigen Leute die diesen Wanderweg benützen, da der Taifun noch seine Spuren hinterlassen hat. Wir steigen also über ein, zwei Bäume die auf den Stufen liegen um dann endlich an einer Gabelung auf dem Berg anzukommen. 

Ein Weg mitten in den Dschungel und ein Schild mit Aufschrift "Waterfalls" später befinden wir uns auf einem Wanderweg, der eher aussieht wie ein ausgespühltes Rinnsal vom Taifun. Und wir lieben es ! Keine Stufen, ein kleiner Weg mitten im Dschungel und um uns herum nichts außer Pflanzen, Palmen und Tiergeräusche. So stellen wir uns Wandern in Taiwan vor. Euphorisch von der ganzen Atmosphäre gehen wir immer weiter  in den Dschungel und treffen auf einen kleineren Fluss. Auf der Suche nach den Wasserfällen laufen wir einfach dem Weg der dem Fluss folgt hinterher. Ich wiederhol mich jetzt zwar aber die Szenerie war einfach der Hammer, leider ging uns dann so langsam die Zeit aus und wir müssen notgedrungen umkehren, da wir nicht in der Dunkelheit im Dschungel rumirren wollen. Ziemlich erschöpft sind wir dann in Maokong und können dann leider nicht mehr die Teekultur genießen weil es uns nur noch nach Hause zieht. Zum Schluss gibts dann noch eine Gondelfahrt, die bzgl. des Ausblicks wirklich ihr Geld wert ist. 

Die Wasserfälle haben wir heute zwar nicht erreicht, jedoch kommen wir wieder um mit mehr Zeit im Gepäck die Wanderwege unten im Dschungel weiter zu erforschen. Geiler Tag !
Unknown

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