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River Tracing in Hualien ( Mugumuyu )

Heute geht´s aufgrund der freundlichen Einladung von Eva, einer Bekannten aus den ersten Wochen unseres Taiwan Aufenthalts, zum River Tracing (Canyoning). Wir freuen ziemlich drauf, da es das erste Mal River Tracen für alle von uns ist. Da Eva alles organisiert hat wissen wir nicht ganz genau was uns erwartet, doch ein kleines Video mit einem Sprung aus geschätzten 3-4m steigert unsere Erwartungen enorm.
Wunderbare Szenerie
Da das River Tracing in der Nähe der Ostküstenstadt Hualien stattfindet steht uns erstmal eine zweieinhalb stündige Zugfahrt bevor. Die Verbindung vom Taipei Hauptbahnhof ist sehr gut und um kurz nach 10 erreichen wir Hualien. Dort angekommen werden wir auch gleich von einem Mitarbeiter des River Tracing Teams abgeholt. Da wir mit Fahrer & Beifahrer 11 Leute sind wird es schön kuschlig im kleinen VW Bus. Der Fahrer hat ein paar Probleme mit der Gangschaltung, was zu einer etwas rustikalen Fahrt beiträgt, jedoch können die Freunde von Eva alle Englisch und sind wie wir später erfahren sollten, von unserer netten offenen Art positiv überrascht. Wir fahren eine gute halbe Stunde bis wir an einen Checkpoint der örtlichen Polizei kommen, dort heißt es aussteigen, umziehen und per Fuß weiter zum Start des River Tracings. 
Die ganze Gruppe
Eva erklärt uns dass dieser Teil, welchen wir zu Fuß zurück legen, bis vor ein paar Jahren für die Öffentlichkeit gesperrt war, um die Eingeborenen Taiwanesen & ihren Lebensraum zu schützen. Für die moderate Wanderung haben die Veranstalter auch an einen kleinen Snack mit einem Milk Tea gedacht. Eine halbe Stunde später erreichen wir dann endlich eine kleine Hütte mit Souvenir-Verkauf und einer kleinen Restaurantecke. Im unteren Bereich wird uns das nötige Equipment für das Tracing ausgehändigt. Dieses beläuft sich auf Neoprenanzug, gute Wasserschuhe, eine Schwimmweste und einen Helm. Wir schmunzeln über das ganze Equipment, aber Sicherheit geht natürlich vor und wir ziehen uns an. Im Neoprenanzug wird es relativ schnell sehr heiß und wir brennen darauf endlich in das Kristallklare blaue Wasser zu hüpfen, welches wir von der kleinen Hütte sehen. 

Keine 10 Minuten später gibt´s dann auch den Sprung ins Kühle nass. Die erste Überraschung steht sofort an, die Schwimmwesten, welche anfangs noch müde belächelt wurden, sind einfach sau gemütlich um sich im Wasser treiben zu lassen. Beeindruckt von diesem Auftrieb treiben wir während der Sicherheitsbelehrung der Führerin umher und machen allerlei Quatsch. 
Oli mit Bauchplatscher
Dann geht´s endlich los es geht über etliche größere und kleinere Steine und durch erste kleinere und größere Pools. Es ist erstaunlich zu sehen wie unterschiedlich sich der Fluß seinen Weg durch das Tal gräbt und welche riesen Gesteinsbrocken er auf seinem Weg umkurvt und formt. Die ganze Szenerie ist sehr schön und das kristallklare blaue Wasser im Zusammenspiel mit dem durch Marmor geprägten Gestein erinnert uns an die Schluchten von Tarroko. Nicht nur wir genießen diese Schönheit der Natur sondern auch einige Taiwanesen genießen die Sonne und die erfrischenden Pools, jedoch ohne River Tracing. Bei uns geht´s stetig gegen den Strom den Fluss hinauf. Wir scheinen deutlich schneller und furchtloser als Eva & ihre Freunde zu sein und suchen uns einen Pool nach dem anderen für kleinere Sprünge von den Felsen aus, während die Anderen eher auf den sicheren "Aufstieg" bedacht sind. Nach und nach gelangen wir zu immer größeren und tieferen Pools, bis dann endlich der erste heiß ersehnte größere Sprung ansteht. In einem relativ großen Pool springen wir aus circa 3-4 Metern ins Wasser. Und auch die taiwanesischen Freunde überwinden sich und sind sichtlich erfreut. Nach einigen coolen Sprüngen von Oli & Felix (Salto vor und rückwärts) gehts weiter.

Nach einem weiteren moderaten Anstieg über etliche Felsen und Stromschnellen kommen wir allmählich zum Ende des Tracings und zum größten Highlight. ein Sprung aus circa 5-6m steht an. Es ist ein super Gefühl den Felsen hochzuklettern und dann ein paar Sekunden zu fliegen, wie im heimischen Schwimmbad halt, nur mit atemberaubender Szenerie. Da wir relativ schnell waren und noch ein wenig Zeit übrig ist gehen wir weiter den Fluss entlang und gelangen zu dem wohl schönsten Punkt des Tracings, ein Pool mit Sandbank, eingehüllt von riesigen Klippen aus weißem Marmor. Fantastisch und ein gebührender Abschluss des River Tracings. 
Der höchste Sprung aus 5-6m
Zum Abschluss gibt es ein Abendessen mit lokalen Essen der Eingeborenen, welches aufgrund von Evas Bitte sehr großzügig für uns ausfällt. Sie informierte die Veranstalter über drei sehr hungrige Europäer :D.

Ziemlich ausgelaugt geht´s dann wieder zurück nach Hualien. Eva und ihre Freunde haben dort ein Hostel gebucht, wir drei schlafen wie üblich im Zelt am Strand. Leider schaffen wir es nicht mehr mit Eva und ihren Freunden auf den sehr großen Night Market zu gehen, da Ich von Rücken- & Nackenschmerzn geplagt werde und Oli & Felix nicht wirklich Lust haben. Stattdessen gibt es das traditionell groß ausfallende Lagerfeuer mit Treibholz, was bei der üblichen Bevölkerung für einige staunende Blicke und Aufschreie sorgt. 

Am nächsten Tag weckt uns die Hitze im Zelt und wir entscheiden uns an den Strand zu fahren. Dieser ist einfach mit dem Taroko Shuttle Bus zu erreichen und dadurch sehr beliebt bei Touristen. Dort angekommen sind wir erstmal überrascht, dass trotz des guten Wetters niemand im Wasser ist. Der Strand sieht dabei traumhaft aus und wir fühlen uns fast wie in der Karibik. Da die Taiwanesen nicht wirklich wasseraffin sind denken wir uns nichts dabei und sind voller Vorfreude auf die Abkühlung. 
Strand in Hualien
Diese Freude wird jedoch sehr schnell gebremst, die Wellen am Strand sind unverhältnismäßig stark und groß, sowas hat keiner von uns schon jemals erlebt. Im Sekundentakt bricht eine Welle nach der anderen am relativ steil abfallenden Strand. Es ist unmöglich hier zu baden. Die Wellen und das zurückfließende Wasser haben eine so enorme Kraft, dass es uns fast die Beine wegzieht. Hier merkt man, dass die See eine unvorstellbare Kraft hat. Jedoch können wir auch dieser Situation etwas abgewinnen, wir setzen uns einfach auf höhe des kniehohen Wassers an den Strand und lassen uns von der Kraft des weißen Wassers herumschieben. Ein riesen Spaß für uns. Unser munteres Treiben weckt sogar das Interesse mancher taiwanesischen Touristen, welche Fotos und Videos von uns machen. Danach wird noch ein bisschen am Strand relaxt bis es dann wieder zurück nach Taipei geht.


Unknown

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